

| Deist oder Christ/Muslim? |
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| Kolumnen - Cahit Kaya | |
| Geschrieben von: Administrator | |
| Montag, 28. Dezember 2009 um 13:20 | |
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Sie glauben nicht nur an einen Gott. Sie glauben allein durch ihren starken Glauben mit diesem in Verbindung zu stehen. All ihr Handeln wird von diesen als göttlicher Wille gesehen. Theisten verfolgen das Ziel religiös motivierte Dogmen zu allgemeinen und für jeden gültige Gesetze zu erklären um grossen Einfluss in politischer Entscheidungsfindung zu erlangen. Der in der Verfassung verankerte Laizismus wird demnach abgelehnt, da viele dieser Bürgerrechte gegen den Willen der Theisten etabliert wurden. Sie befürworten (göttliche inspirierte) Fremdbestimmung durch weltliche religiöse Führer. Von religiösen Praktiken abweichender Individualismus ist nicht Teil der gelebten Religion und wird daher abgelehnt. Aus Mangel an Macht dies zu ändern wird Individualismus heute höchstens toleriert. Der Grossteil der Menschen besteht aus Deisten. Deisten glauben zwar auch an einen Schöpfer, ihr Leben wird jedoch nur minimal von Religion und aus diesen stammenden religiösen Praktiken bestimmt. Deisten glauben nicht daran, dass ein von Menschen ernannter Gott Einfluss auf ihr Leben nehmen kann. Die Existenz eines Gottes basiert in dieser Gruppe auf Vernunft, meinen sie. Dieser Gott hätte zwar die Welt "in Gang gesetzt", in weiterer Folge aber keinen Einfluss mehr darauf genommen. Der religiöse Einfluss im Leben der Deisten basiert auf Traditionen, aber der bewusste Kontakt zu religiösen Institutionen wird ausser zu traditionellen Ereignissen (weil's immer schon so war) gemieden. Die religiösen Feiertage und Rituale entstammen einer Zeit in der Religionen die Gesellschaften dominierten. Alten Bräuchen, die bereits vor der Zeit der Monotheismen existierten, wurde der Stempel einer Religionsgemeinschaft aufgedrückt und als unabänderlicher "Wert" gefestigt, in dem diese der Religion eingegliedert wurden. Durch die Eingliederung in Religion werden diese Tradtionen als religiöse Errungenschaft vereinnahmt. In der Gegenwart werden auch Demokratie, Pluralismus und andere Errungenschaften der an sich kirchenkritischen demokratischen Bewegungen von den Theisten vereinnahmt, die, wenn die Geschichte korrekt wiedergegeben würde die einstigen Feinde all dieser "Werte" auftraten, die sie in den aktuellen Diskussionen gerne als christliche Werte beschreiben. Da Deisten grundsätzlich einem Gottesglauben anhängen, tolerierten viele von ihnen die Theisten als geistige Führer. Durch Traditionelle Bindung, selbe kulturellen Hintergründe, die selbe Sprache entsteht ein Gemeinschaftsgefühl und erleichterten es den Theisten in der Vergangenheit ihre Machtsymbole omnipräsent zur Schau zu stellen um ihre Führerschaft zu betonen und ihre Vormachtstellung zu festigen. Die grosse Angst der Religionen davor, ihre Machtsymbole zukünftig nicht mehr in Klassen und anderen öffentlichen Räumen zur Schau zu stellen rührt daher, dass die Befürchtung besteht, die Deisten könnten sich darüber im klaren werden, mit der Religion an sich nichts gemein zu haben. Was nicht falsch wäre, aber der Kirche nicht nur in Österreich zum Verhängnis wird, wenn diese sich in ihren Zwischenrufen nicht mehr auf alle Österreicher als Christen berufen können wird und so deutlich an Macht verliert.
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